
Deutsches Theater Berlin
Das Deutsche Theater Berlin gehört zu den geschichtsträchtigsten Spielstätten im deutschsprachigen Raum. Unter der Intendanz von Ulrich Khuon haben wir die Werbekampagnen des Theaters gestaltet. Unsere Plakate stehen in Verbindung zu den jeweiligen Spielzeitthemen. Die politische Botschaft ist Programm; schliesslich liegt der Bundestag nur einen Steinwurf vom Theater entfernt.
Spielzeit 14/15
Zeit, Widerspruch, Schmerz, Fremde, Taumel, Mutter, Begehren, Angst, Freiheit, Gott.
Albert Camus hat in den Tagebüchern von 1951 bis 1958 seine zehn bevorzugten Lieblingswörter notiert. Kann man eine Welt oder einen Menschen zusammenziehen auf zehn Wörter? Natürlich nicht, aber sie geben eine Ahnung und öffnen gleichzeitig ein Feld des unbestimmten Fragens und Weiterdenkens. Zu diesen 10 Wörtern gestaltet Velvet für das Deutsche Theater 10 Plakate. Im politischen Kontext natürlich. Schliesslich liegt der Bundestag nur einen Steinwurf vom dt entfernt.



Spielzeit 15/16
Der leere Himmel (Ich bin der Weg)
Das Thema dieses Buches und der nächsten Spielzeit ist Der leere Himmel. Warum?
Es existiert wohl eine menschliche Sehnsucht, aufgehoben zu sein in einer Totalität, also einer Vergemeinschaftung der Individuen, die den Tod als Teil des Lebens versteht und die in ihrer religiösen Variante das Moment der Erlösung oder zumindest des Versprechens auf etwas Anderes kennt. Diese Momente rahmen dann das alltägliche Erleben und Handeln.
hat beim ADC Deutschland die höchste Auszeichnung, den «Goldenen Nagel» gewonnen.



Spielzeit 16/17
Keine Angst vor niemand
Keine Angst vor niemand ist das Motto der neuen Spielzeit. Muss sich das Deutsche Theater Mut machen?
Ulrich Khuon: Wir haben schon früher Fragen nach der gesellschaftlichen Verfasstheit oder Stimmung gestellt, die mit Demokratie, Macht oder Gewalt zu tun hatten. Insbesondere mit unserem letzten Motto Der leere Himmel waren wir sehr glücklich, weil es sich im Verlauf der Spielzeit gut eingelöst hat. Damit war nicht nur die religiöse Thematik gemeint, obwohl das am Anfang viele dachten. Aber Religion ist nur ein Teil des Sinnhorizonts, an dem sich Menschen orientieren.
Generell sollen Losungen ja Energien mobilisieren. Und wenn jetzt die Angst vor den Geflüchteten geschürt wird, wollen wir an die positive Stimmung im Sommer 2015 erinnern. An diese Woge von Loyalität, Solidarität, Offenheit, der Bereitschaft zum Teilen, an die lnitiativkraft. Da hat sich so eine Vision des Gutseins ohne höheren Grund eingelöst, einzig um des Gutseins willen. Und wenn das gelingt, ist der Himmel gefüllt und die Angst vertrieben.



Spielzeit 17/18
Welche Zukunft
Welche Zukunft lautet das Motto der neuen Spielzeit – stellt das Deutsche Theater die Zukunft in Frage?
Wenn Sie so wollen, dann stellen wir aus der Gegenwart heraus, die ja wiederum von der Vergangenheit durchdrungen ist, Fragen, verhandeln Perspektiven: Wie können wir welche Zukunft gestalten? Wie könnte eine Zukunft aussehen, oder welche Zukunft wollen wir? Das Motto Welche Zukunft haben wir im Kontext der beiden vorhergehenden Spielzeiten gewählt, es ist eine Art Dreischritt. Der leere Himmel war ein Fragen nach Horizonten, auch nach Sinn-Horizonten, die möglicherweise verloren gegangen sind. Keine Angst vor niemand war dann ein zweiter Schritt, mit dem wir auch sagten: keine Angst vor der leere, keine Angst vor der Orientierungslosigkeit. Und Welche Zukunft ist jetzt ein weiterer, ein dritter Schritt: Was heißt das nun für die Zukunft? Wie könnte die aussehen?






























