1995
Am längsten Tag des Jahres gründen Eva Schätti, Urs Unternährer und Jürg Schaffhuser das Velvet Creative Office in Luzern. Wegen einer Terminkollision bleibt unser Namenspatron Lou Reed – Sänger der Kultband «Velvet Underground» – der Firmengründung leider fern.
1995-1997
Die ersten drei Jahre sind wir an der Neustadtstrasse in Luzern zu Hause. Gestaltungen von CD-Covers für die lokale Musikszene prägen die Gründungszeit, bald folgen erste kommerzielle Aufträge. Gegen starke Konkurrenz gewinnen wir die kultige Kaugummimarke «Stimorol». Mit einem Konzert der legendären Popformation «Sportsguitar» findet die Ära in der Neustadtstrasse ein fulminantes Ende.
1996
Drei Jahre nachdem die erste Webseite der Welt online geht, hinterlässt auch Velvet eine erste digitale Spur im «World Wide Web». Als Resultat autodidaktischen Erlernens von Programmen und nächtelangem Brüten über technischen Herausforderung wird www.velvet.ch aufgeschaltet.
1997
Eine Mischung aus Reiselust, Teambildungswille und Neugierde führt uns auf eine gemeinsame Reise nach Hongkong. Mit im Gepäck: Zwei von Apple gesponserte Powerbooks G2 mit 8 RAM Leistung und die Idee, gemeinsam ein Magazin zu realisieren. Es ist jene Zeit, als das Einlesen eines Scans gut und gerne eine Stunde dauert und USB-Anschlüsse zwischen Kameras und Laptops noch nicht existieren. Unser mit Computermaterial überstelltes Hotelzimmer lässt das Hotelpersonal einen Spionage-Angriff des Schweizer Geheimdienstes vermuten.
1998
Velvet verlegt den Arbeitsort in die Jazzkantine Luzern. Zusammen mit der Jazzschule beleben wir das stattliche Gewerbegebäude an der Grabenstrasse. Die Nähe zur Musikszene prägt weiterhin unser Schaffen. Peter Moser und Oliver Zwimpfer verstärken das Gründungsteam als offizielle Members. Auf Kundenseite gibt es Zuwachs durch Völkl International, das Luzerner Theater und wichtige Mandate von Swatch.
1998
Unsere zweite Reise führt uns in die kubanische Hauptstadt Havanna. Wir realisieren das Instantmagazin «Habana Libre!» aus dem Fundus von Polaroid-Fotos. Legendär ist die Magazintaufe im Hotel Seeburg in Luzern. Die zeitgleiche Veröffentlichung von Wim Wenders «Buena Vista Social Club» beschert uns mehr als tausend Besucherinnen und Besucher und rote Ohren bei der Hoteldirektion.
1998
Wir gründen einen hauseigenen Verlag «Velvet Edition». Unsere Motivation: den von Velvet veröffentlichten Publikationen einen Rahmen geben. Das Verlagsprogramm setzt auf lokale Aspekte von Kunst, Musik und Pop.
https://www.velvet-edition.ch/
1999–2001
Velvet goes Brooklyn. Gerade rechtzeitig, bevor der Stadtteil über Nacht zum Hype wird, entschliessen wir uns, in Brooklyn eine Loft zu mieten: das «Graphic Hotel». Während zwei Jahren lassen wir uns von der Megacity inspirieren. Auch Kunden von Velvet nutzen die Gelegenheit, um in dieser einmaligen Umgebung gemeinsam mit uns neue Strategien zu entwickeln.
2001
Zur Kunstausstellung Multiple in der Galerie «Plattform für zeitgenössisches Kunst» (PZK) entwickeln wir einen Fetisch in Form einer Wollmütze. Dieses Requisit schafft es auf das Ausstellungsplakat und anschliessend auf die Köpfe der Luzerner Kunstszene.
2002–2006
Wir beziehen neue Arbeitsräume in einer ehemaligen Fleischerei an der Pfistergasse. Präsentationen finden in einem eigens konstruierten, goldenen und voll verspiegelten Kubus statt. Dank eingebauter Rauchmaschine können darin Sitzungen auch mal theatralisch beendet werden – zum Beispiel bei zu langer Dauer. Bei soviel Spektakel entscheiden sich die Weisse Arena in Laax, die Münchner Kammerspiele, das Museum für Kommunikation und Paiste für Velvet als Partner.
2002
Tatort: Der kälteste Ort der Schweiz. Wir mieten in La Brévine ein nettes Häuschen und lassen uns von der gewaltigen Landschaft voller querfliegendem Schnee, brausendem Wind und der grünen Fee inspirieren. Nach einer Woche in dieser gottverlassenen Landschaft sind wir reif für den Psychiater.
2002
In Zusammenarbeit mit dem Künstler Hubert Hofmann und der Galerie Meile entsteht das Kunstprojekt «private collection». Dieses Projekt widmet sich privaten Fotoarchiven, die eigene Geschichten und Erlebnisse dokumentieren. Gestützt durch ein speziell entwickeltes Trägermedium, lösen sich die Bilddokumente aus dem privaten Kontext und erfahren eine künstliche Transformation.
2002
Für die Ausstellung «Das Versprechen der Werbung» im Museum f. Kommunikation Bern hat dieses Plakat von Velvet hohe Wellen geworfen. So hoch, dass Sandra Meier (Name geändert) von Kurt Äschbach zum Interview geladen wurde. Trotz des Erfolgs war dies seltsamerweise das Ende der Zusammenarbeit von Velvet und dem Museum f. Kommunikation Bern.
2003
Wir werden von der Caritas Schweiz beauftragt, das nationale Kinderzentrum Tirana fotografisch und textlich zu dokumentieren. Ärzte, Physiotherapeutinnen und Heilpädagoginnen setzen sich für entwicklungsgestörte Kinder ein. Die Rahmenbedingungen sind schwierig. Die Stadt kämpft um das wirtschaftliche Überleben. Ein kurzfristig eingeräumtes Gespräch mit dem Stadtpräsidenten von Tirana, Edi Rama, sensibilisiert uns für die Situation.
2003
Velvet baut die erste Online Care-Sharing Plattform für mobiltiy.ch.
2004
Für die Ausstellung «TELL, BITTE MELDEN!» stellten sich Velvet die Fragen, wer denn heute unsere Heldeninnen sind? Das Ausstellungsplakat zeigt eine Frau in der Doppelrolle als Mutter und Berufstätige-Frau. Leider hing dieses Plakat nie an einer Plakatwand.
2005
Zusammen mit Mario und Claudio Bergen erfüllen wir uns den Wunsch vom eigenen Kaffeelabel. Die schwarze Seite von Velvet wird salonfähig. Geröstet für uns und für Menschen, die auf der Suche sind nach einem Espresso – Schwärzer als ein Papagei in der Nacht und mit einer Crema, so weich wie ein Kissen aus Engelshaar: www.black-velvet.ch
2005
Reise durch ein bergiges Land in dem man die Strassen nicht verlassen sollte. Diesen Rat gibt das EDA den Besucherinnen und Besuchern von Laos. In diesem Land liegen nach wie vor acht Millionen scharfe Bomben verstreut in der Landschaft – 30 Jahre nach einem Krieg, den es angeblich gar nicht gegeben hat. Mit der Schweizer Stiftung für Minenräumung (FSD) machen wir uns auf den Weg, um zu sehen, wie sich ein Leben zwischen Bomben anfühlt.
2006
Wir beziehen neue Atelierräume an der Landenbergstrasse in Luzern. Mit dabei sind auch das Zürcher Schauspielhaus, der Fussballclub Luzern, die Beratungsstelle für Unfallverhütung, Pro Helvetia und unsere langjährigen Kunden.
2006
Stimorol Event am freestyle.ch in Zürich mit Dominik Deville (mitte). Für Dominik der Start einer nationalen Karriere.
2007
Wir werden von Ai Weiwei beauftragt, seine Werkdokumentation zu gestalten. Wolfgang Möhrle besucht den weltbekannten Künstler zwei Wochen in seinem Atelier in Peking. «Ai Weiwei Works 2004–2007» präsentiert einen umfassenden Überblick über das künstlerische Schaffen Ai Weiweis im politischen Kontext.
2007
Gleich zum Start der Zusammenarbeit mit dem Schauspiel Köln sorgt die Eröffnungskampagne für einen Eklat. Das Motiv «Die Nibelungen» wird von der Stadt Köln als Tabubruch taxiert. Das Schauspiel Köln verbietet die Plakatierung die Intendantin Karin Beier tut es trotzdem.
2009
«Velvet macht Theater. Oder die Macht des Plakates» – so der Titel der Ausstellung anlässlich des Graphic Design Festivals «Weltformat». Zuerst waren es Plakatkampagnen für das Luzerner Theater, die vom EDI als «beste Plakatkampagne der Schweiz» ausgezeichnet wurden. Später wird Velvet Hausagentur der Münchner Kammerspiele, vom Theater Freiburg und vom Schauspiel Köln. Die Velvet-Plakate sorgen für viel Wirbel und werden mit internationalen Preisen überhäuft. In der Multimediapräsentation werden die Arbeiten im Kontext der öffentlichen Wahrnehmung gezeigt.
2011
Auf mehr als 41’000 Quadratmeter wird ein alternativer Lebensbereich geschaffen. Wir campieren auf dem Hunziker-Areal und wollen erleben, wie sich der Ort anfühlt, auf dem das visionärste Wohnprojekt der Schweiz entstehen soll. Die Feldforschung ist erfolgreich und mitten in der Nacht bekommen wir Besuch von einem Fuchs.
2012
Bambi lernt fürs Leben. Die Kunstfigur für das Theater Freiburg ist geboren. Das zierliche «Bambi» tut keiner Fliege was zuleide. Doch der Schein trügt. Mal witzig, mal provozierend wird das «Bambi» zur Identifikationsfigur für das Theater wie auch für die Besucherinnen und Besucher.
2013
Zwei Mann stark ist die Band «Blind Butcher». Der Gitarrist Christian Aregger alias Blind Banjo Aregger, ein hagerer Elektrisierer, und Schlagzeuger Roland Bucher alias Oklahoma Butcher, ein flinker Groover. Das reicht, um wieder einmal die Energie zu spüren, die in Rockmusik verborgen ist. «Blind Butcher» ist eine von vielen Performances, die in unseren Arbeitsräumen stattfinden.
2014
The clouds of Sils Maria - ein Film mit Juliette Binoche und Kirsten Stewart mit Posters by Velvet.
2015
Rund 450 Gäste folgen der Einladung zur Jubiläumsfeier anlässlich des 20-jährigen Bestehens von Velvet ins Neubad. In Form einer Tombola mit Diashow werden 20 prägende Momente von Velvet aufbereitet. Durch den Abend führen «Entertainer» Max Christian Graeff und Schauspielerin Juliane Lang. Zu gewinnen gibt es Gegenstände aus dem Archiv des Ateliers. Zum Beispiel Bücher aus der Velvet Edition, das Cymbal von John Bonham von Led Zeppelin oder die «Original-Claudia-Schiffer-Unterwäsche» aus der legendären Werbekampagne für das Museum für Kommunikation in Bern.
2016 - 2019
Berlinale
Mit dem Filmfestival 2019 ging die Ära von Dieter Kosslick als Festivalleiter zu Ende. Der richtige Zeitpunkt, um das Bären-Geheimnis zu lüften. Die Frage nach der Identität des Bären beschäftigte Publikum und Presse seit Kampagnenbeginn gleichermassen. Die Sujets zeigen, wer sich in den vergangenen Jahren unter den Kostümen verborgen hat. Rund um den Globus werden die Bären-Sujets imitiert.
2021
Pünklich zur Gründung der Hamburger Stiftung für Baukultur hsbk der Stadt Hamburg trifft Velvet ein, um vor Ort letzte Anpassungen vor zu nehmen.
2023
Velvet gestaltet die Buchreihe «Greenland Expedition – Experiences and reflections
on climate change» für Christiane Leister und der ETH Zürich. Ergänzend dazu besucht Theresia Bröll Grönland um sich ein Bild vor Ort zu machen.
2024
Nach 7 jähriger Planung und Umsetzung wird die Sternwarte Space Eye mit Besucherzentrum eröffnet.
2025
30 Jahre Velvet …























































































